nach unten   08.10.2005 - Übung "Metro 2005" in Berlin

Rettungskräfte stehen vor großen Herausforderungen, wenn auf einen Massenanfall von Verletzten reagiert werden muss. Unter anderem im Hinblick auf die Fussball-WM 2006 wurde deshalb gemeinsam durch die Polizei, Technisches Hilfswerk und Deutsches Rotes Kreuz eine entsprechende Übung in einem U-Bahn Tunnel in Berlin durchgeführt. 40 aufgrund eines Zwischenfalls in einer U-Bahn verletzte Personen wurden aus Bahn und Gleisbett geborgen, medizinisch versorgt und anschließend in Krankenhäuser abtransportiert. Sechs Tote mussten in diesem Übungsszenario beklagt werden. Durch die Übung wurde den Einsatzkräften die Dramatik und Schwierigkeit des Arbeitens in dieser Umgebung sowie Möglichkeiten einer besseren Koordination der Arbeiten zwischen den beteiligten Organisation aufgezeigt.

Das Übungsszenario sah vor, dass aufgrund der Explosion eines Feuerwerkskörpers in der U-Bahn Panik ausbrach, die Notbremse gezogen wurde und der Zug auf offener Strecke zum Stehen kam. So gab es Verletzte im Zug und auf offener Strecke, weil einige panikartig aus dem Zug sprangen. Die widrigen Umstände wurden dadurch verschärft, dass das Licht im Tunnel ausfiel. Die ideale Umgebung dafür bot sich im U-Bahnhof Jungfernheide, wo die BVG ein stillgelegtes Gleis für solche Übungen anbietet.

Die Polizei traf zuerst vor Ort ein, begann mit der Erkundung und leitete die ersten Rettungsmaßnahmen ein. Kurze Zeit später waren insgesamt 100 Polizeikräfte, 42 HelferInnen des THW aus Berlin-Lichtenberg und Eberswalde sowie 30 Sanitäter und Rettungsassistenten des DRK am Einsatzort. Verletzte wurden entsprechend ihres Zustandes über verschiedene Verletztensammelpunkte bis an die Oberfläche gebracht. Vorher jedoch musste erst der Strom abgestellt und der Tunnel schrittweise ausgeleuchtet werden sowie der immer noch anhaltenden Panik der Verletzten, die sich nicht immer bereitwillig helfen lassen wollten, begegnet werden.

Nach ungefähr drei Stunden war der Einsatz beendet. "Teilweise hätten die Retter etwas stärker auf unsere gesundheitliche Situation achten müssen", meinten zwei Verletztendarsteller. Zugführer Daniel Busse vom THW Berlin-Lichtenberg sah Verbesserungsbedarf bei der Abstimmung zwischen den beteiligten Organisationen, insbesondere in der Anfangsphase, während Michael Demke, Gruppenführer des THW Eberswalde, sagte, die Zusammenarbeit zwischen den THW-Gruppen sei gut gewesen, nachdem die sog. "Chaos-Phase" zu Beginn des Einsatzes überstanden war.

Dieser Einsatz war eine gelungene Möglichkeit, Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen zu gewinnen und so in Zukunft besser auf ein solches oder ähnliches Unfallszenario reagieren zu können.

Bericht und Fotos auch auf:
» www.thw.de
» www.lv-bebbst.thw.de
» www.thw-eberswalde.de

Metro 2005
Der Führerstand der U-Bahn ist zerstört
Metro 2005
THW-Helfer sogern für die Beleuchtung des Tunnels
Metro 2005
Helfer von DRK und THW versorgen gemeinsam einen Verletzten
Metro 2005
Die Polizei sichert die Einsatzstelle ab
Metro 2005
Ein Verletzter wird zum Krankenwagen gebracht
 


 
© 2005 Impressum, Bericht: Stefan Förder (THW Eberswalde) und Marcel Otto, Fotos: Nr. 1-4 2.Bereitschaftspolizei Berlin, Nr. 5 Stefan Förder Startseite  zur Übersicht  vorheriger Einsatz  nächster Einsatz  nach oben