31.07.2018, von NG/SD

Die THW-Jugend im Einsatzgebiet Tukastan (Jugendlager)

Vom 07.-14. Juli 2018 fand unser Jugendlager in Falkensee statt. Dabei waren die THW-Jugendgruppe aus Marzahn und der freiweiligen Feuwerwehr aus Polen dabei. An einem Tag ging es in ein Einsatzgebiet in Tukastan.

Auch dieses Jahr gab es wieder ein Jugendlager, dieses Mal mit Jugendlichen aus dem Ortsverband Marzahn und der freiwilligen Feuerwehr Orzech (Polen) in Falkensee. Die Jugendwoche stand unter dem Motto „Lasst euch überraschen“, denn den Kids wurde nicht verraten was sie in dieser Woche - außer Spaß und Action - erwartet. 

Am Samstag (07.07.) reisten alle Kids an und lernten sich in verschiedenen Spielen kennen, bei denen sie miteinander interagierten und sich gegenseitig Fragen zur Person stellten bzw. beantworteten. Eine Herausforderung war die Sprachbarriere mit den polnischen Jugendlichen, doch durch einfaches Englisch, Mimik und Gestik verständigten sie sich ziemlich gut. Gab es doch das eine oder andere Verständigungsproblem, dolmetschte die polnische Jugendbetreuerin Weronika.

Sonntag besuchte die Bundestagsabgeordnete Dr. Gesine Lötzsch von der Fraktion Die Linke das Camp und übergab den Jugendlichen einen Check in Höhe von 750€, der vom Verein Die Linken Fraktion im Bundestag e.V. zur Unterstützung dieses Jugendlagers gesponsert wurde. Dafür sind wir sehr dankbar! Am Nachmittag fand eine Sprachanimation mit Weronika statt, in der die Jugendlichen Vokabeln wie links, rechts, rot, grün auf Polnisch und auf Deutsch lernen sollten. Danach ging zum Strandbad Wendenschloss, wo es eine kühle Erfrischung auf und im Wasser gab. Während eine Gruppe badete, fuhr die andere mit der Fachgruppe Wassergefahren Boot. Dabei konnten sie gleich ihre erlernten Vokabeln anwenden. 

Am nächsten Tag gab es eine Sightseeing Tour durch Berlin. Im Bundestag bekamen die Jugendlichen und Betreuer eine Führung durch das Paul-Löbe- und Jakob-Kaiser-Haus, in denen Geschichtliches und Politikgeschehen wiedergespiegelt wurde. Anschließend bot sich der Weg zum Brandenburger Tor und dem Holocaust-Denkmal an. Dann ging es mit dem Bus über die Straße des 17. Juni und der Siegessäule zur Leitstelle der Berliner Feuerwehr nach Charlottenburg. Dort erfuhren die Jugendlichen viel über die Einsatzabläufe und die Fahrzeuge der Feuerwehr, besonders interessant fanden sie in der Leitstelle zu stehen und erklärt zu bekommen wie alles koordiniert wird. Abends im Camp wieder angekommen, hatten die Jugendlichen Zeit für sich.

Der Dienstag stand im Zeichen des Sports, denn es fand eine Lagerolympiade statt. Dafür wurden die Jugendlichen in gemischten Gruppen aufgeteilt und mussten verschiedene Disziplinen absolvieren, darunter das Schubkarren-Laufen, Leiter-Laufen, einen Ball durch den Schlauch rollen oder schieß die Flasche mit dem Schlauch um. Am Ende wurden die schnellsten Teams mit einer Portion Obst und die langsamsten Teams mit Eis geehrt. Schlussendlich gab es für alle Eis. Die älteren polnischen und deutschen Jugendlichen absolvierten dann noch eine Ausbildung/Übung zum Thema Bewegen von Lasten, wobei sie ein Fahrzeug mittels Hydropresse anheben sollten. Dies schafften sie mühelos. In einigen Nächten gab es (geplante) Suchaktionen, in denen eine oder mehrere Personen aus der Gruppe im anliegenden Wald plötzlich verschwanden. Durch Suchketten waren die Jugendlichen in der Lage die vermissten Personen wieder zu finden.

Mittwoch war Ausbildungstag, an dem die Jugendlichen bis zum Mittag den Verletztentransport und das Einbinden ein eine Trage übten sowie einen 1. Hilfe-Kurs – durchgeführt vom Helfer aus dem OV Marzahn – absolvierten. Nachmittags gab es dann plötzlich eine Einsatzmeldung für die Jugendlichen. Das Szenario: Im fiktiven Land Tukastan gab es ein schweres Erdbeben bei dem viele Einwohner verschüttet wurden. Unsere Jugendlichen wurde zur Unterstützung bei der Rettung der Menschen angefordert. Nachdem sich die gemischten Gruppen formiert hatten, bereiteten sie sich auf den Abflug um 17 Uhr vor.

Nach Landung in Tukastan (Polizeigelände in Spandau) mussten die Jugendlichen zunächst durch eine strenge Sicherheitskontrolle am Flughafen. Danach wurden sie von einem Vertreter der Vereinten Nationen begrüßt und über die aktuelle Lage informiert. Da in Tukastan kein Deutsch gesprochen wird, war die Verständigungssprache Englisch. Im Anschluss begaben sich die vier Gruppen nach und nach zum Einsatzgebiet. Sie trafen als erstes auf einen gesicherten Bereich, den die Gruppen nur nach Ablegen ihrer Einsatzmaterialien betreten durften. Anschließend wurden sie zum Bürgermeister des Einsatzgebietes (Station 1) gebracht. Dieser empfing die Gruppen in einer dort üblichen Teezeremonie und erzählte ihnen was genau passiert war und wo er noch Verletzte vermutete. Bei dem Gespräch galt es für die Gruppenführer mit etwas diplomatischem Geschick Verständnis zu zeigen und zu verdeutlichen, dass sie zum Helfen dort sind.

Als die Gruppen den Wald weiterliefen, hörten und sahen sie auf einmal verletzte Personen (Station 2). Die Einsatzkräfte führten 1. Hilfe-Maßnahmen durch, in dem sie die Wunden versorgten und die ansprechenden Personen betreuten bis weitere Rettungskräfte vor Ort waren. Auch wurde ein Suchhund eingesetzt, um nach weiteren Personen zu suchen. Nachdem die Rettungskräfte da waren und auch Hubschrauber für die Schwerverletzten angefordert waren, gingen die Kids weiter das Einsatzgebiet erkunden. Nach einer Weile kamen sie in ein Dorf, in dem eine Hochzeit gefeiert wurde (Station 3). Als keine verletzten Personen ausgemacht wurden, stärkten sie sich bei netter Gastfreundschaft und guter Bewirtung mit Essen und Trinken. Dabei bestand für die Gruppenführer die Aufgabe auf ihre Kameraden aufzupassen. Plötzlich entdeckten die Helfer/innen Rauch aus einem Haus und rannten dorthin. Nach einem Hausbrand mussten sie ins einsturzgefährdete Haus und nach Personen suchen (Station 4). Dort fanden sie nach der Erkundung im Haus zwei Personen, wovon nur noch eine gerettet und die andere (Puppe) geborgen werden konnte. Damit war die Mission am späten Abend beendet und die Jugendlichen kehrten nach dem Essen ins Camp zurück.

Nach einer kurzen Nacht ging es am Donnerstag zur 2. Technischen Einsatzeinheit der Berliner Polizei nach Schulzendorf, wo die Jugendlichen eine Führung und die Fahrzeuge vorgestellt bekamen. 

Zum Abschluss der Jugendwoche gab es am Freitag eine Abschlussfeier, zu der auch der THW-Landesbeauftragte Sebastian Gold kam und sich in einem Grußwort an alle bedankte. Er überreichte zudem der polnischen Jugendbetreuerin Weronika das Helferzeichen in Gold für ihren Einsatz und Engagement bei der Durchführung unserer langjährigen Zusammenarbeit.

Nach einer sorgfältigen Putzaktion und Auswertung reisten am Samstag alle wieder nach Hause. Selbstverständlich erhielt jeder eine Geschenktüte, damit sie dieses Jugendlager in Erinnerung behalten.

Zum Abschluss bedankt sich die THW-Jugend für diese tolle Woche bei allen Unterstützern:

Dem Deutsch-Polnischem Jugendwerk (DPJW), ohne dessen Förderung das Jugendlager nicht möglich gewesen wäre, dem Landesverband BEBBST, der Fraktionsvereinigung der Fraktion Die Linke, Frau Dr. Lötzsch und ihren Mitarbeitenden, der Regionalstelle des THW in Berlin, der DLRG, den Freiwilligen Feuerwehren Charlottenburg-Nord, Suarez und Wedding, Markus Klevin (NAW), Robert Peter und Nico Pietack mit Quinten vom DRK Oder-Spree, Jörg unserem Busfahrer und den Helferin/innen vom OV Marzahn. Ganz besonderer Dank gilt unserem Ortsbeauftragtem und unserer Ortsjugendbeauftragten. 

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